Neueinsteiger sind herzlich willkommen.


Aktuelles Projekt


Nach der erfolggreichen Aufführung der Passionskantate "Der Tod Jesu" von Carl Heinrich Graun planen wir nun unser nächstes Projekt.

Auf dem Programm steht zur Zeit Felix Mendelssohn-Bartholdys Vertonung des Psalm 42 "Wie der Hirsch schreit". Diesem Werk werden wir Dan Forrests "Requiem for the Living" zur Seite stellen.

Konzertchor der VHS


Aus dem Euregio Konzertchor entstanden, machen wir als Konzertchor der VHS - ganz klassisch - weiter.

 

Wir möchten uns mit zur Zeit 34 Sängern auf neue Wege begeben und sind für Unterstützung jeder Art dankbar.

Veranstalter unserer Konzerte ist auch weiterhin die Euregio-Konzertgesellschaft.

Mitmachen


Wir proben in der Musikschule Stadtlohn, Josefstraße 9

donnerstags um 20.00 Uhr (außer in den Ferien). Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Die erste Probe nach der Sommerpause ist am 22.08.2019 (ausnahmsweise in den Ferien)

 



Der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg geboren. Ersten Klavierunterricht erhielt er von seiner Mutter, später unter anderem von Ludwig Berger und Ignaz Moscheles. Im Alter von neun Jahren trat er zum ersten Mal öffentlich auf, gemeinsam mit seiner Schwester Fanny. In den 1820er Jahren unternahm er zahlreiche Konzertreisen durch Frankreich, Italien, England und Schottland. 1833 wurde er Musikdirektor in Düsseldorf, 1835 Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Zusammen mit Verlegern, Gelehrten und anderen Komponisten gründete er 1843 das Leipziger Konservatorium. Sein kompositorisches Schaffen umfaßt Konzerte, Vokal-, Orchester-, Kammermusik- und Klaviermusikwerke sowie fünf Sinfonien. Mendelssohn starb am 4. November 1847 in Leipzig.
"Die erste Bedingung zu einem Künstler ist, dass er Respekt vor dem Großen habe und sich davor beuge und es anerkenne und nicht die großen Flammen auszupusten versuche, damit das kleine Talglicht ein wenig heller leuchte."

Am 28. März 1837 heiratete Felix Mendelssohn Bartholdy die Pfarrerstochter Cécile Jeanrenaud. Mendelssohns Vertonung des 42. Psalms entstand größtenteils 1837 während seiner Hochzeitsreise, die das junge Ehepaar u. a. durch das Elsass und den Schwarzwald führte. Der erste, zweite und sechste Satz entstanden in Freiburg im Breisgau, der Schlusschor wurde Ferdinand Hiller zufolge später in Leipzig angefügt.

Die Uraufführung der ersten Fassung (mit dem jetzigen Chor Nr. 4 als Schlusschor) fand am 1. Januar 1838 im Leipziger Gewandhaus statt; im Frühjahr des gleichen Jahres folgte die überarbeitete, endgültige Fassung. Die Psalmkantate wurde zu Lebzeiten des Komponisten häufig aufgeführt und auch vom selbstkritischen Mendelssohn als eine seiner besten Kirchenkompositionen eingeschätzt. Robert Schumann urteilte, das Werk sei „die höchste Stufe, die er [Mendelssohn] als Kirchenkomponist, ja die neuere Kirchenmusik überhaupt, erreicht hat“.

Der weichgetönte Eingangschor verarbeitet das vom Chor-Alt vorgestellte Thema kontrapunktisch, mit homophon bekräftigenden Einwürfen und einem verinnerlichten a-cappella-Abschnitt am Schluss. In den beiden folgenden Arien führt der Solo-Sopran zunächst einen Dialog mit der Oboe nach dem Vorbild der Arien Bachs, danach mit dem Frauenchor. Ein affirmativer Chor, der Elemente der Mehrchörigkeit aufnimmt, bildet den Mittelteil des Werks, dem sich ein Quintett des Solo-Soprans mit den Männerstimmen anschließt. Der an Händel gemahnende Schlusschor nimmt das Thema des vierten Teils wieder auf und mündet in eine breit angelegte Fuge auf den Text „Preis sei dem Herrn“, die dem Psalmtext quasi als Gloria Patri, als kleine Doxologie, angefügt ist.

 

 

Mendelssohn vertonte den Text des Psalmes nahezu vollständig. Lediglich Vers 7b mit inhaltlich unwichtigen geographischen Angaben fehlt vollständig; ferner wurde Vers 11, der einige frühere Stellen wieder aufgreift, durch wörtliche Wiederholungen ersetzt.

Eric Werner merkt kritisch an, dass bei diesem Werk gelegentlich „über den Text hinwegkomponiert“ wurde.[2] „Man vergleiche nur den Psalmtext (dessen deutsche Übersetzung die wilde Inbrunst des Urtexts schon abschwächt) mit seiner musikalischen Deutung. Hier ist alles abgeschwächt, gedämpft, was im Gedicht mit starken Worten und leidenschaftlichen Bildern und Erinnerungen auf den Leser eindringt.“[2] Besonders kritisch bewertet Werner, dass Mendelssohn dem originalen Psalmtext ein „Preis sei dem Herrn“ anfügt: „[…] eine Freiheit, die zwar bei einem liturgischen Werk sinnvoll wäre, bei einem für das Konzert bestimmten nicht am Platze war […] Steht nun diese ‚optimistische‘ Lobpreisung schon im Widerspruch zum problemgeladenen Text, so trägt die dazugehörige Musik einen unangenehm salbungsvollen Charakter […] Hier hat Mendelssohn nicht den Psalm komponiert, sondern eine triviale theologische Tirade mit opernhaftem Einschlag.“[2]

Wie immer man auch Mendelssohns Textumdeutungen bewertet: der Komponist entwirft in dieser Psalmkantate ein tief empfundenes Bild von Sehnsucht und Suche nach Gott, die in Trost und Gottvertrauen Erfüllung findet.